Alpenüberquerung TVB Radsport 2018

(Teil 1, 8.8.18)

Jürgen und Manfred starteten am 12.07. erneut ins Abenteuer Alpenüberquerung.
Geplant waren 380km mit ungefähr 12000 Höhenmetern. Alles mit dem MTB mit Rucksack.
Tag 1 Start im Mittenwald nach Anreise im eigenen Auto und 2. Frühstück. Gleich nach Mittenwald ging es durch lichte Wälder auf schönen Schotterwegen nach Scharnitz ( Österreich ).
Ab Scharnitz ging es auf Schotterwegen der Isar entlang leicht ansteigend bis nach 20 km zum Isarursprung. Am Ufer zahlreiche Steinpyramiden.


Jürgen an der Isar

Der Weg begann steiler zu werden, mit Rampen bis zu 20% Steigung. An der Hallerangerhütte vorbei begann der Anstieg zum Lafatscherjoch (2080m) das wegen losem Geröll und Steilheit nur schiebend bewältigt werden konnte. Ein kleines Schneefeld musste vorsichtig an einer ausgesetzten Stelle überquert werden. Nach 29 km war höchste Punkt des Tages erreicht.
Nach kurzer Rast folgte eine rasante Abfahrt 10 km Schotter- und Waldwege.
Nach 42 km besuchten wir ein Café überm Inntal bevor wir bei Terfens 560 hm tiefster Punkt das Inntal querten. Das Ziel Weerberg (900hm) erreichen wir nach einer letzten längeren Auffahrt.
Gesamtzeit: 7St.46min. Fahrzeit: 5St.32min. 58km. Anstieg: 1670m. Abfahrt: 1700m.

Tag 2 Weerberg – Tuxerjochhaus
Gut erholt fuhren wir erst kurz auf der Straße, dann auf Schotterwegen zuletzt auf Pfaden 18 km bergauf zum Geiseljoch (2280m). Bei der WeidenerHütte (1900m) stand ein Schild:
Gefahr Felssturz Umweg zum Geiseljoch. Nur schiebend kostete uns das ca. 1 Std. und jede Menge Energie über unwegsame und steile Kuhweiden!
9km schöne Abfahrten bis Vorderlahnersbach (1260m) folgten. Nach dem Mittagessen weiter aufStraße bis Hintertux (1500m). Nun ging es steil auf Schotter 8km bergauf zum Tuxerjochhaus auf 2300m. Wir hatten Glück und fanden Nachtquartier im 6-Bettzimmer. Das Wetter hatte sich bis auf einen kurzen Regen vor dem Start nur von seiner besten Seite gezeigt. Ideal für uns: bewölkt bis sonnig.
Gesamtzeit: 8St.36min. Fahrzeit: 6St.24min. 42km. Anstieg: 2440m. Abfahrt:1070m.

Tag 3 Tuxerjochhaus – Sterzing
Wegen einer Wegsperrung ab 8.00 Uhr brachen wir nach einem kurzen Frühstück zeitig auf.
Nach einer kurzen Anfahrt ging es steil zum Teil schiebend bergab mit zahlreichen Spitzkehren auf dem Weg der zur Zeit gerichtet wurde. Nach 17 km bergab erreichten wir St.Jodok am Brenner.
Nach Gries am Brenner auf der Straße weiter nach Vinaders. Ein langer Anstieg ( 10km )auf Schotterwegen folgte an der Sattelbergalm vorbei ( Südtirol ) bis zur Brennergrenzkammstraße 1900hm. Eine alte Militärstraße mit toller Aussicht. Dort oben waren wir wieder allein. Der folgten wir 10 km bis auf 2200 m Höhe.
Nun kam der Höhepunkt des Tages: 1000 hm Singeltrail, am Anfang nur Handbreit, bergab bis Gossensass bei Sterzing. Ein Erlebnis das kaum zu beschreiben ist. In Sterzing erwartete uns eine etwas aufwändige Suche nach einer Unterkunft.
Gesamtzeit: 7St.54min. Fahrzeit 5St.43min. 60km. Anstieg:1340m. Abfahrt: 2680m!!

(Teil 2, 25.8.18)

Tag 4, Sterzing – Bozen, die Königsetappe
Nach 2 km einrollen fuhren wir bei bestem Wetter auf der Straße das Penser Joch (2200m) hinauf, 15km und 1300 hm. Oben war es kalt und windig, die Aussicht war herrlich. Nun ging es 30 km bergab. Zuerst kurz auf der Straße, dann ca.4 km lang auf schmalen Pfaden anspruchsvoll durch Kuhweiden im schönen Sarntal. Nach 24 Tages-km. machten wir Mittagspause im Gasthaus Elisabeth (1500m).Flacher abwärts ging es bis Sarnthein, km47.
Der 2. Anstieg des Tages führte uns auf Straße, Schotterwegen und langenWaldpfaden 12 km bergauf zum Aussichtspunkt Stoane Mandl (2003m). Auf der freien Bergkuppe mit zahllosen Steinpyramiden hatten wir freie Rundumsicht auf viele Gipfel der Alpen.
Bis zum Ziel Bozen waren es noch 24 km bergab. Zuerst steil über Wiesen mit frei laufenden Pferden. Dann auf Pfaden durch Wälder. Mehrere km fast flach abfallend wunderschön gelegenen großen Koppeln entlang über Jenesien und zum Schluß rasant auf der Straße nach Bozen hinunter.
Über den Dächern von Bozen fanden wir eine schöne Unterkunft in einem Weingut.
Gesamtzeit:10St.16Min. Fahrzeit: 7St.42Min. 87 km. Anstieg: 2550hm. Abfahrt: 3200hm !!

Tag 5, Bozen – Truden (Naturpark Trudener Horn)
Der Tag versprach relativ kurz und einfach zu werden – wie sollte ich mich täuschen!
Durch das Straßengewirr von Bozen fanden wir bald den Einstieg zum Pfad bergauf.
Der Weg erwies sich steil und schlecht fahrbar – also – viel schieben. Schöne Ausblicke auf Bozen und das Etschtal waren ein kleiner Trost. Nach 18 km kamen wir an eine Schlucht. Der Weg war mit 840m bis 900m und als S1 beschrieben für uns als fahrbar erwartet worden. Kaum Weg, felsig verblockt, das Rad ständig hoch und runter tragend, in praller Sonne. Ständig die Augen am Boden nach Schlangen suchend, gelegentlich mit einer Hand am Drahtseil – das fanden wir vor!

Durstig und hungrig und leicht erschöpft brachen wir am Talschluss ab und fuhren Forstwege ins Tal hinab nach Leifers. Erst 26 km und schon 14.00 Uhr. Nach einer Pizza und gekühlten Getränken ging es auf dem schnellsten Weg ( Straße ) nach Auer 38 Tages-km.
Laut Tourist-Info führt die alte Bahntrasse 230m – 1000m mit fast konstant 3% Steigung nach Kaltenbrunn. Die Strecke war sehr schön und perfekt fahrbar. Drei Tunnel mit Beleuchtung und drei Trinkwasserstellen machten die 22 km bergauf bis Truden erträglich.
Dank eines freundlichen einheimischen Radsportlers fanden wir auch noch eine Gaststätte fürs verdiente Abendessen. Er führte uns mit seinem Sohn zusammen bis vors Vereinsheim und sorgte beim Wirt für eine ordentliche Mahlzeit!!
Gesamtzeit: 10St.44Min. Fahrzeit: 7St.12Min. 61,5km. Anstieg: 2000hm. Abfahrt 1150hm.

Tag 6, Truden – Bozen
Der letzte Tag bot keine Überraschungen da ich in dem Gebiet im Urlaub mit dem MTB bereits unterwegs war. Nur 1 langer Anstieg, 700hm und 7km, und wir waren auf der Horn-Alm (1700m). Eine grandiose Aussicht und ein Holundersaftschorle genossen fuhren wir auf steinigen Wegen und Pfaden am Schwarzen- und Weissen See vorbei zum Laghetto di Ve’des einem Hochmoor (1500m).
Nach 28 km – auf tollen Trails – erreichten wir den Lago Santo (Heiliger See) 1200m.
Die Strecke war ständig abfallend gewesen aber immer wieder steile kleine Gegenanstiege machten sie doch anspruchsvoll. Mehrere schöne Aussichtspunkte ins über 1300m tiefere Etschtal und die gegenüberliegenden Berge machten die Fahrt zum Erlebnis.
Nach dem Mittagessen am See ging es 1000hm, zum Großteil auf Singletrails,12km bergab ins
Etschtal nach Salurn. In Anbetracht der Strapazen der letzten Tage fuhren wir mit Rückenwind auf dem Etschradweg zurück nach Bozen.
Gesamtzeit: 8St.44Min. Fahrzeit: 6St.8Min. 75km. Anstieg: 1250hm. Abfahrt: 2100hm.
Eine harmonische, sturzfreie, fast regenfreie (1.Tag am Ende) Alpenüberquerung war zu Ende!
Ein Erlebnis der besonderen Art.

Am 7.Tag als Ruhe oder Reservetag vorher geplant fuhren Jürgen und ich (noch immer nicht müde) den Etschradweg hinunter zum Kalterer See. Nach einer Kaffepause am See nahmen wir den geplanten Rückweg vom 6. Tag unter die Stollenräder. Auch ohne Rucksack war es anstrengend genug. 47Km und 700hm rauf und runter. Pünktlich holte uns der Shuttlebus am Samstag an der Messe Bozen ab und brachte uns nach Mittenwald zurück.

Der Bericht ist mit Bildern in kürze auf der Homepage des TVB Abt. Radport zu sehen.
Manfred Christ