Von Wettkämpfen, Abenteuern und anderen Risiken und Nebenwirkungen

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Es ist Samstag der 8. Juli 2017, 8:35 und wir sitzen im Zug von Göppingen nach Ravensburg. Wir, das sind Anni, Anika, Loreley, Moritz, Jan, Sander, Robin, Lucille, Kaitlyn und Lisa – alles Turner/Innen vom TV Birenbach. Wir wollen nach Ravensburg zum Landeskinderturnfest. Auf unserer To-Do-Liste stehen Wettkämpfe, Turnerdisco, Stadtrally und sehr viel Spaß.

Im Schlepptau haben wir als Eskorte Nicole, Inna und Gudrun. Sie dürfen uns begleiten und aufpassen, dass wir in den richtigen Zug steigen, bei den für uns ausgewählten Wettkämpfen starten, unser Quartier zum übernachten finden, damit wir sie mit Fragen löchern können, etc.

Nach einer lustigen Zugfahrt, während der wir uns mit unserem Proviant gestärkt haben, stiegen wir pünktlich in Ravensburg am Bahnhof aus. Nach kurzer Orientierung fand unsere Eskorte die richtige Haltestelle für den Bus. Die Buslinie wurde extra eingerichtet für das Landeskinderturnfest und fuhr den ganzen Tag rasant im Rundkurs zu den verschiedenen Stationen.

Der erste Ausstieg war die Wettkampfhalle für die Jungs. Hier trennten sich unsere Wege. Die Wettkämpfe Gerätturnen für Jungs und Mädchen fanden in verschiedenen Hallen statt.

Inna und Gudrun begleiteten uns Jungs in die Wettkampfhalle, die nicht schwer zu finden war. Dort trafen wir unseren unübertroffenen, gutgelaunten Trainer Erwin. Er war mit dem Auto, und dankenswerterweise all unserem Gepäck, schon früher nach Ravensburg gefahren, um dort den ganzen Tag als Wettkampfrichter zu verbringen.

Angekommen in der Halle, zogen wir uns das Wettkampfoutfit an und turnten uns, mit Vorfreude und Spannung auf den Wettkampf, warm. Dann konnten wir ohne große Wartezeiten und einigem Adrenalin in den Adern, unsere Wettkämpfe bestreiten. Bodenturnen, Sprung, Barren und Reck. Das hat uns großen Spaß gemacht! Stolz und mit viel Lob von unserem Coach waren wir nach einer knappen Stunde fertig und machten uns gutgelaunt auf den Weg in die Halle der Mädchen.

Hier war wesentlich mehr Betrieb. Wir Mädels (eskortiert von Nicole) mussten nach Umziehen und Warmturnen sehr lange warten. Als die Jungs kamen, waren wir erst am Beginn unserer Disziplinen im Gerätturnen. Die lange Wartezeit vertrieben wir uns gemeinsam mit Essen, Quatschen und Rumtoben. Hierbei kam es in einem Fall leider zu Nasenbluten. Dieses fiel aber nach einem Besuch bei den Sanitätern (die nicht so leicht zu finden waren) und Ausruhen, nicht weiter ins Gewicht. Schließlich waren auch wir Mädels glücklich und mit viel Lob, gut durch unsere Geräte gekommen.

Nach den Wettkämpfen im Gerätturnen bezogen wir alle gemeinsam unser Quartier für die Nacht: einen stickigen, dunklen, nur mit einer „Funsel“ beleuchteten Schulflur, ohne Strom und ohne Fenster. Bei dem heißen Wetter nicht sehr angenehm. Unserer guten Laune tat das keinen Abbruch.

Nach kurzer Ruhepause ging es weiter zu den Leichtathletik-Disziplinen. Hier traten nur noch ein paar von uns an. Auch mit Zerrung, wir zogen es motiviert und fröhlich durch, am Ende sogar mit einem persönlichen Weitsprungrekord.

Das Wetter zeigte sich inzwischen von seiner gewittrigen, regnerischen Seite. So warteten wir mit „nach-dem-Wettkampf-Laune“, ausgelassen und kichernd unter dem schützenden Vordach des LA-Stadions. Als das Wetter gnädiger war, fuhren wir zurück zur Unterkunft. Dort kam nach erfolgreichem „Richten“ auch unser Trainer Erwin.

Alle fertig mit Wettkämpfen. So konnten wir uns Ausruhen, durchs Schulhaus toben und Spaß haben,… bis wir hungrig mit dem Bus in die Innenstadt zum Essen fuhren. Leider war dort der Andrang so groß und die Wartezeit so lang, dass wir auf Erwins Rat erst mal eine Kleinigkeit auf der Festmeile des Landeskinderturnfestes aßen. Dort war die Turnerdisco schon voll in Fahrt. Das war total cool und wir tanzten und sprangen ausgelassen umher, bis der Veranstalter darauf hinwies, dass ein Unwetter im Kommen sei. Man solle bitte in den umliegenden Gebäuden Schutz suchen. Wir kamen gerade noch rechtzeitig in den Vorraum einer Bank, bevor das Unwetter draußen los tobte. Dort machte uns eine automatische, erst noch nette, beim drittem mal nicht mehr so nette Ansage darauf aufmerksam, dass wir den Raum bitte –sofort!!!- verlassen sollten. Polizei und Sicherheitsdienst seien informiert. Dies führte zu einiger Unsicherheit. Aber nachdem draußen das Unwetter tobte, wie drin unser Trainer desgleichen, das die nur kommen sollten, die könnten einen bei so einem Wetter nicht rausschmeißen. Und wenn es Ärger gibt, dann nur für die Großen und nicht für uns Kids, da war alles wieder gut.

Nach diesem Erlebnis gingen wir fröhlich zum Essen. Inzwischen ohne Wartezeit, mit aufgefüllten Schüsseln und viel freien Plätzen. Trotz „nicht-so-lecker-Essen“ war unser Hunger gestillt und wir fuhren mit dem Bus zurück in unser Schlafgemach. Bei den Busfahrten spielten einige von uns übrigens immer: ich kann stehenbleiben ohne mich festzuhalten … oder eben auch nicht.

Im Schlafkabuff angekommen, machten wir das Beste draus, und richteten gemütliche Schlafplätze her. Mit Luftmatratzen, Isomatten, Feldbett und Schlafsäcken. Den Abend ließen wir je nach Lust und Laune, mit Spielen und Toben ausklingen.

Sehr früh am nächsten Morgen wurde unser Lager dann automatisch hell erleuchtet. Prima. So waren wir recht früh beim Frühstück, ohne Warteschlange. Danach wurde gepackt, das Gepäck in Erwins Auto verstaut und wir fuhren mit dem Bus ins Rathaus. Dort nahmen wir alle Stolz unsere Urkunden und Medaillen in Empfang.

Im Anschluss machten wir uns auf zur Stadtrally. Dabei konnten wir die Stadt erkunden und lustige Spiele machen. Nach etwa der Hälfte der Stationen siegte der Hunger und wir gingen Essen. Die Müdigkeit war danach so groß, dass wir uns „nur“ noch auf der Festmeile vergnügten, bis Erwin mit dem Auto und wir mit dem Zug, glücklich und müde die Heimreise antraten. Am Bahnhof wurden wir von unseren Eltern in die Arme und mit nach Hause genommen, wo wir gleich, auf Sofa, Bett oder wo auch immer, zufrieden in tiefen Schlaf sanken.

Es war ein tolles Erlebnis und wir freuen uns schon, nächstes Jahr wieder dabei zu sein!

Gudrun von Klaeden